Hotel Sonnenburg: Sonne satt am Arlberg

„Sonne satt“ brachte uns unser Ladies Weekend in Lech am Arlberg. Nicht nur weil wir bestes Wetter genossen, während wir das Skigebiet von Oberlech bis Warth Piste für Piste abgrasten. Auch im Hotel, das wir für unseren gepflegten Mutter-Tochter-Ausflug bezogen, strahlte sie uns aus allen Ecken entgegen, die Sonne. Denn wir wohnten im Hotel Sonnenburg in Oberlech, einem Vier-Sterne-Familienhotel.

Skiurlaub mit Kindern Familienhotel Sonnenburg Lech

Die Sonne von Oberlech

Familie ist hier Programm: Zum einen wird das Haus seit drei Generationen von der Familie Hoch geführt. Außerdem haben sich die Hochs der Bewirtung von Familien über die Generationen hinweg verschrieben. Soll heißen: Hier verbringt der Großvater mit seinen Kindern und Enkelkindern den Urlaub. Dass sich dabei hier alle wohlfühlen, liegt daran, dass man das Haus zuletzt zwar grundlegend saniert hat, allerdings mit viel Rücksicht auf die anspruchsvollen Stammgäste der älteren Generation.

Skiurlaub mit Kindern Familienhotel Sonnenburg Lech

Die Sonnenburger Bibliothek

Kunststoff, kunterbunt, Komiks und Kantinenflair sucht man hier vergeblich. Stattdessen kommt das Innenleben der Sonnenburg sehr gediegen, hochwertig und vor allem detailverliebt daher. Wie diese Tapete, auf der sich die Frauen der Familie mit je einem Blumenmotiv in gold verewigt haben, und die bestickten Kissen, auf denen sich diese Blumenmotive wiederfinden, bestickt von syrischen Frauen im Rahmen der Aktion „Sticken für den inneren Frieden“, eine Initiative des Innsbrucker Vereins „Weiberwirtschaft“ zur Integration von Flüchtlingen.

Skiurlaub mit Kindern Familienhotel Sonnenburg Lech

Stickereien von Flüchtlingen

Oberlech: Skifahren perfekt für Kinder

Auf Kinderklub und Kleinkindbetreuung muss hier trotzdem keiner verzichten. Dazu gibt’s den liebevoll eingerichteten Kindergarten samt Mini-Skihang und Snowtube-Bahn für die Kleinsten, und für die Älteren ein Spielzimmer. Vor dem Wörtchen „Kindergarten“ schreckte meine Zweitklässlerin allerdings zurück. Madame hielt sich lieber an der Kletterwand oder im Kino auf. Na egal, denn eigentlich waren wir den ganzen Tag auf Ski unterwegs. Und dafür ist das Hotel, auf 1650 Metern gelegen, perfekt: Der Skiverleih ist direkt im Haus zu finden, direkt neben dem Skikeller, zur Talstation der Petersboden-Bahn sind es 100 Meter den flachen Hang hinauf. Und wer lieber gleich abwärtsdüst, schnallt sich die Ski direkt vorm Hotel an – die Talfahrt nach Lech führt an der Sonnenburg vorbei.

Skiurlaub mit Kindern Familienhotel Sonnenburg Lech

Die Talfahrt nach Lech führt am Hotel vorbei

Hier wartet linkerhand schon der erste Funpark mit Wellen und Schanzen. Vom Petersboden auf der „Weibermahd“ hinab testen mein Mädchen und ihre Freundin, welche Geschwindigkeit sie erreichen, wenn sie ungebremst hinabsausen (54 km/h, und ich heilfroh, als sie wieder unten waren). Und weiter drüben in Warth düsen wir auf der „Sunnamahd“ gemeinsam im Slalom durch die Zeitmessung, bevor wir noch die kleine Funzone mit Tunnel in Warth testen. Die Auswahl an Mutters Nerven schonenden blauen Pisten in Oberlech und Warth ist riesig.

Skiurlaub mit Kindern in Lech

Sonne satt auch auf der Piste

Besonders hat es mir die stillere Sonnenseite von Warth oberhalb des Auenfelds angetan mit zwei kleinen gemütlichen Hütten, Liften, die sich Sonnenjet und Sonnencruiser nennen, und einer nicht enden wollenden „Familienabfahrt“, die weniger einer Piste, als einem flotten Panoramaweg gleicht. Eher zufällig landen wir am ersten Tag auf der hippen, ausgesetzt am Hang gelegenen „Balmalp“-Hütte. Die Terrasse ist mit Hundertschaften leerer Champagnerflaschen dekoriert und ein Strandkorb empfängt mit dem Spruch: „Kampen auf Sylt grüßt Lech.“ Ah ja! Kinder trifft man hier weniger, eher so die coolen Typen, vor allem Männer. Aber dafür dröhnt keine Halligalli-Schunkel-Mucke aus den Lautsprechern, sondern chillige Ambience-Rhythmen.

Skiurlaub mit Kindern in Lech

Skifoarn … und im Hintergrund die Balmalp

Für Pistenspaß ist also gesorgt. Aber was machen Oma und Opa den ganzen Tag, wenn die auch in der Sonnenburg wohnen? Wie wär’s mit Winter- oder Schneeschuhwandern! Einige Lifte sind für Fußgänger zugelassen und so kann man zügig den Pistenbetrieb hinter sich lassen, zum Beispiel auf der Wanderung von der Kriegeralpe über den Zuger Tobel nach Zug hinab, oder auf Schneeschuhen durch den Gaisbachtobel ins Auenfeld. Im Tal führen ruhige Loipen und ein Wanderweg nach Zug und weiter zum Gasthaus Älpele.

„Mehr als Sonne und Schnee“

Die große Sonnenterrasse der Sonnenburg bietet sich regelrecht an, um den Skitag bis zum letzten Sonnenstrahl dort ausklingen zu lassen. Die Mädels haben aber noch nicht genug und andere Pläne: Sie wollen die Snowtubes hinterm Haus ausprobieren, mit sichtlichem Spaß.

Die kleine aber feine Wellnesszone mit dem Schwimmbad blieb uns wegen einer kräftigen Erkältung leider vorenthalten. Aber das Hotel hat noch ganz andere Vorzüge, welche es vom üblichen Familien- und Kinderhotel unterscheidet. „A g’scheits Hotel“ will man sein, soll heißen, das Hotelierspaar Waltraud und Gregor Hoch hat sich der Bildung verschrieben. Verschiedene Workshops für Erwachsene und Kinder (Ballett, Kunst, Literatur etc) sowie Lesungen werden angeboten.

Kunst und Literatur – „A g’scheits Hotel“

Und frei nach dem Motto „Berge von Wissen“ stapeln sich im Herzen des Hotels, der komfortablen Bibliothek, hunderte Bücher im Regal neben dem Kamin. „Links vom Kamin ist mein Mann, rechts bin ich“, erklärt mir Waltraud die Zusammenstellung aus Krimis und Science Fiction einerseits und Belletristik und Kinderbüchern andererseits. Und zwischendrin findet sich der Senior des Hauses wieder, der ehemalige Alpinist Klaus Hoch, zum Beispiel mit Büchern über Tibet, und seine Frau Daisy, die Künstlerin des Hauses mit zahlreichen Bänden über zeitgenössische Kunst.

Skiurlaub mit Kindern im Hotel Sonenburg Lech

Holzschnitt der „Schneemalerin“ Daisy Hoch

Daisy ist im Haus übrigens allgegenwärtig. Die bis zu 600 erstklassigen Gemälde und Holzschnitte der „Schneemalerin des Arlbergs“ sind im ganzen Haus zu finden. Obendrein führt sie seit 35 Jahren ihre eigene Galerie im Haus und zeigt und verkauft dort hochkarätige Werke von Künstlern wie aktuell Herbert Brandl. Soetwas finde ich klasse, auch wenn ich mir selbst die Gemälde nicht leisten kann. Andere Gäste im Haus aber schon …

Die Hoteliers Waltraud und Gregor Hoch

Fazit: Das Skigebiet Lech Zürs am Arlberg allein ist schon erstklassig und dafür sowieso berühmt. Erlebt man es als Gast in der Sonnenburg in Oberlech, dann fühlt man sich glatt wie der Sonnenkönig himself. Wir reden hier über Luxus, versteht sich. Aber wenn es mal etwas besonderes sein soll …?

Gut zu wissen

Oberlech ist autofrei, dafür aber komplett von Hotel zu Hotel untertunnelt. Das Tunnelsystem ist – nebenbei bemerkt – für Kinder ein spannender Zeitvertreib bei schlechtem Wetter. Als Gast des Hotels kommt man aber ganz entspannt mit der renovierten Bergbahn Oberlech hinauf.

Preise Skipass Arlberg: Als Erwachsener zahlt man für 2 Skitage im Januar 102 Euro (85 Euro für 1,5 Tage ab 12 Uhr). Dafür kann man die unglaublichen 305 Pistenkilometer und 87 Bergbahnen nutzen. Zugegeben: Kein Pappenstiel. ABER: Überraschung! Meine 7-Jährige fuhr kostenlos! Kinder zahlen erst ab acht Jahren (51 Euro für 1,5 Tage ab 12 Uhr, 61 Euro für 2 Tage). Informationen zum Skigebiet findet Ihr auf www.lech-zuers.at und www.skiarlberg.at.

Mehr Informationen zur Sonnenburg findet Ihr auf der Website des Hotels. Kontakt: welcome@sonnenburg.at, Tel.: +43/5583/2147

Noch mehr zu lesen über die Sonnenburg und Oberlech bekommt Ihr im Blog von Frau Mutter. Die Bloggerin Nina Massek hat im Hotel Sonnenburg ihr Buch „Eine Mutter am Rande des Nervernzusammenbruchs“ in einer Lesung vorstellen dürfen.

Anfahrt

Aus Richtung Innsbruck kommend über die Inntalautobahn (A12) und den Arlbergpass bzw. Arlbergtunnel. Auf der Flexenstraße über Zürs nach Lech. An der Talstation der Bergbahn Lech-Oberlech gebt Ihr das Gepäck ab. Das Auto bleibt in der gegenüberliegenden Garage Anger. (Preis für Sonnenburg-Gäste: 14,00 Euro pro Tag).

Ich war mit meiner Tochter in das Hotel Sonnenburg eingeladen. Davon un-
beeindruckt, lest Ihr hier meine ehrlichen Eindrücke, echt und ungefiltert.

 

Post a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.