TUBBS im Test: Schneeschuhwandern mit Kindern

Wie unser Fünfjähriger seine erste Schneeschuhwanderung erlebte.

Im Wäldele vor der Bruder-Klaus-Kapelle

„Vorsicht“, dringt Gerds mahnende Stimme an Jakobs Ohr. „Nach vorne schauen.“ Im letzten Moment findet der Junge wieder seinen Weg zurück in die Spur und vermeidet die drohende Kollision mit dem Baum am Wegrand. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit galt zuletzt den übergroßen Plastiktellern an seinen Füßen. Die schleift der Fünfjährige seit einigen Minuten über den Schnee und sie machen, dass er dabei nicht knietief einsinkt. Aber wie funktioniert dieses Wunderwerk mit den fünf Buchstaben: TUBBS?

Schneeschuhwandern mit Kindern

Schritt für Schritt beobachtet der Junge interessiert seine Schneeschuhe an den Füßen. Die können nämlich auch noch in drei Farben blinken, wenn man ein Köpfchen drückt. Gänzlich davon fasziniert, verliert er dann eben den Weg aus seinem Blick. Genau genommen gibt es den heute auch nicht. Wanderführer Gerd schickt die Kinder hügelauf und hügelab querfeldein durchs sogenannte Wäldele. Es erstreckt sich zu Füßen des Gottesackers als eines der größten Seitentäler im Kleinwalsertal. Hier in der Staulage des Hohen Ifen findet sich selbst dann noch genügend Schnee, wenn die Skifahrer nebenan am Heuberg in ihren Skiliften bereits über apere Wiesen segeln. „Das ist unser Klein-Sibirien“, sagt Gerd.

Klein-Sibirien gibt’s aber auch im Bärgunttal. Hier die Bärgunthütte.

Klein-Sibirien ist etwas ab vom Schuss. Hier gerät der Pistenrummel in Vergessenheit. Gerd spurt hinab zum Schwarzwasserbach und dort über die Naturbrücke, wo sich das Wasser in Gumpen sammelt. Noch ein wenig skeptisch folgen ihm die Kinder. Im schneearmen Wald will sich Jakob der Sinn der Schneeschuhe nicht gänzlich erschließen. Und überhaupt, wo soll es denn eigentlich hingehen so ganz ohne Weg?

Glitzerhänge unterm Widderstein

Einmal aus dem Wald heraus stehen die Kinder dann vor einem glitzernden unberührten Schneefeld, am anderen Ende die Bruder-Klaus-Kapelle auf einer Anhöhe. Aber noch immer kein Weg in Sicht. Gerd scheint das egal zu sein. Und da fängt der Spaß an: Die spitzen Zähne der Schneeschuhe in den Schnee stoßend und fette Fußstapfen hinterlassend steigt Jakob seiner Schwester hinterher auf den Hügel, nur um sich kurz darauf davon zu überzeugen, dass man damit auch vorzüglich durch tiefen Schnee rennen kann. Der schwere Schnee fliegt durch die Luft, und dann endet das Ganze – noch besser – in einer Rutschpartie.

Hügelauf und hügelab

Hügel für Hügel nehmen die Kinder so im Sturm, rennen durch eine Senke hinab zum Bach, den es zu überspringen gilt. Gerd quert die Küren-Wäldele-Loipe und führt an einem stattlichen alten Walserhaus und der Stuttgarter Hütte vorbei. Wo er besonders weiß glitzert, hinterlassen die Kinder ihre Spuren im Schnee. Und schon längst ist es Jakob egal, warum ihn diese leuchtenden Plastikteller tragen oder ob da nirgendwo ein Weg verläuft – gegangen wird dort, wo der Schnee am schönsten glitzert. Am Ende liegen Winter und Frühling schon nahe beieinander, wenn die Kinder ihre Schneeschuhe beiseitelegen und beginnen, am Bach zu spielen.

Lust auf Frühling

Die Schneeschuhe für Kinder

Der TUBBS Snowglow (69,90 Euro) eignet sich für die allerersten Schneeschuherfahrungen. Die Neugier der Kleinen auf diese Gehhilfe wird das Anlegen leicht machen. Und wenn sie dann noch bunt leuchten, merken die Kleinen gar nicht, wie weit sie schon gewandert sind. Bei kleinen Schuhgrößen wird das Kind aber den Schalter nicht mit dem Fuß betätigen können. Dazu endet die Ferse zu weit vorne. Dann muss das Licht mal eben manuell angestellt werden. Wenn’s dämmert, sieht das bestimmt toll aus. Ob der Druck mit der Ferse ausreicht, um den Schalter zu betätigen – da bin ich mir auch nicht sicher. Aber meine Kinder finden die Schneeschuhe auch ohne das Spielzeug interessant genug.

Sind die hinteren Riemen der Schneeschuhe einmal auf die Schuhgröße angepasst, dann sind sie kinderleicht anzuziehen. Einfach in die Bindung einsteigen und vorne mit der QuickLock2-Bindung schließen: Ratsch – fertig. Geht im Zweifel auch mit Handschuhen. Leicht sind die Schneeschuhe sowieso. Für kleine Steigungen besitzen die TUBBS Snowglow vorne Metallzähne, die das Zurückrutschen am Hang vermeiden. Seitlichem Rutschen wird mit Plastikzähnen ein wenig vorgebeugt – eine Sparmaßnahme. Echte Bergtouren auf verharschtem Schnee sollte man mit den TUBBS Snowglow sicher nicht unternehmen. Vielmehr eignen sie sich für flache Tal- und Waldwanderungen.

Die Große trug übrigens den TUBBS Flex Jr. (ab ca 8 Jahren) für 119,00 Euro. Die blinken zwar nicht, aber damit kann man dann schon mal ein paar mehr Steigungen angehen. Sie haben ordentliche Metallzähne an den Seiten.

TIPP: Lasst NIEMALS eure Schneeschuhe über Nacht draußen stehen. Es könnte euch sonst so ergehen wie mir: Die Riemen der Bindung sämtlicher Schneeschuhe waren von einem Nager angenagt, manche komplett zernagt worden und damit unbrauchbar geworden. Hat jemand einen Tipp, ob und wie man so einen Riemen auswechseln kann?

Tourverlauf Wäldele: Schneeschuhwanderung mit Kindern

Tourverlauf Schneeschuhwanderung Wäldele | © gpsies.com

Wie hoch? 150 hm
Wie weit? ca 5 km
Wie lange? 1,5 h

4 Comments

  1. Hallo Ihr Lieben!
    Ich finde euren Blog wahnsinnig toll! Ihr seid eine Inspiration für alle Reisenden mit Kindern. Auch ich Reise oft mit meiner Familie und da kann es auch mal kuschelig im Zelt zugehen. Danke für die nützlichen Tipps und Ideen. Werde euren Blog sicher weiterempfehlen!

  2. Lieber Werner, der Bericht ist ähnlich jetzt auch in der Zeitschrift Alpin erschienen. Wegen der Riemen: Dass ich sie als Ersatzteil bekomme, hatte ich gehofft, aber die Befestigung schaut nicht ganz einfach aus. Macht das dann besser der Fachhändler, oder? Auch die Flex Jr. haben leider etwas abbekommen von den Nagern. Lieben Gruß, Ute

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