Zum Eckbauer: ein bayerischer Familienklassiker

Oberbayern at its best! Das waberte die ganze Zeit durch meinen Kopf auf unserer Familienwanderung zum Eckbauer. Nicht umsonst zählt die Tour zu den bayerischen Wanderklassikern schlechthin: zuerst Garmisch-Partenkirchen, dann das Örtchen Wamberg – angeblich das höchstgelegene Kirchdorf Deutschlands, der Blick übers Tal auf die Ammergauer Berge, auf den Wank zum Greifen nah und auf die imposante Alp- und Zugspitze, dazu die blumenübersäten Wiesen.

Ok, der Wanderweg ist nicht der spannendste und verglichen mit den Steigen und Pfaden, die ich für Kinder bevorzuge, gleicht er einer Autobahn. Es geht eben einen  breiteren Schotterweg entlang, den man als kinderwagentauglich beschreiben könnte, wäre er nicht streckenweise sehr steil. Die Kinder jagten trotzdem mal wieder vornweg, weil sie einander beweisen wollten, wer schneller ist – Jungs oder Mädchen. Das alte Spiel, die Eltern freut’s.

Am Kainzenbad und nah der Kainzenbadstraße geht es noch sanft los. Am Waldrand entlang und an einem Wildgehege vorbei geht es durch satte Wiesen. Aber schon bald zieht der Schotterweg steil an. Mitunter kommen uns Mountainbiker entgegen, die ihr Rad lieber bergab schieben. Hat man die steilen Kehren hinter sich gebracht, zieht der Weg nun wesentlich sanfter hinauf nach Wamberg und man genießt den freien Blick auf den Wank gegenüber. Zwischendurch lädt mal eine Bank zum rasten ein. Junior nahm das Angebot dankend an.

In Wamberg gibt es einen beliebten Gasthof mit Biergarten. Wir aber nehmen gleich den Weg an der Kreuzung rechts hinauf. Wieder folgt das eine oder andere steile Stück und ich denke, dass Junior mit ein paar Stufen die Steilheit besser wegstecken könnte. Aber so ist es nun und auf 1200 Metern beginnt dann der schönste Teil. Statt auf dem breiten Weg zu bleiben, zweigen wir auf den Pfad rechts die Wiese hinauf ab. Auf dem Wiesenhügel öffnet sich der Blick auf die Wände des Wettersteingebirges. Eine Aussicht, die man vom Hauptweg aus nicht vermutet und deswegen nicht verpassen sollte.

Nach einer Rast auf einer der nicht umsonst dort errichteten Bänke, geht es entlang des Hügels mit Panoramablick nun nur noch ein kurzes Stück an der Bergstation der Eckbauerbahn vorbei bis zum Eckbauer. Der Gasthof ist nicht die Offenbarung, aber die Terrasse mit Wettersteinblick ist wirklich lohnenswert.

Bis hierher haben wir nun 500 Höhenmeter zurückgelegt. Wir könnten jetzt unterhalb der Eckbauerbahn talwärts laufen. Aber wer bekommt die Kinder schon an einer Bergbahn vorbei, ohne dass sie danach verlangen, mit ihr fahren zu dürfen! Ihr etwa? Wir jedenfalls nicht. Und die Eckbauerbahn mit ihren antiquarisch anmutenden Zweiergondeln ist ein Abenteuer für sich. Übrigens kann man sich auch ein Weißwurst-Frühstück in der Gondel servieren lassen. Da die Bahn nicht die schnellste ist, dürfte es zu schaffen sein, die Weißwürste bis oben zu verdrücken.

Unten am Olympiaskistadion angekommen empfiehlt sich noch ein Blick ins Stadion und auf die Skischanzen, eine Partie mit der Sommerrodelbahn oder auch ein Bad im Kainzenbad. Dann ist der Tag perfekt rund.

Tourverlauf Eckbauer

Tourverlauf auf © www.gpsies.com

Wie lang?  ca. 2,5 h
Wie weit? ca. 5 km (nur Aufstieg/Abstieg mit Bergbahn)
Wie hoch? 500 Hm

Gut zu wissen

Die Eckbauerbahn beim Olympia-Skistadion fährt täglich von 9 bis 16.30 Uhr. Wer so ein Weißwurstfrühstück in den Zweisitzer-Gondeln genießen oder verschenken möchte, sollte zwei Tage zuvor anrufen und reservieren: Tel. 08821/3469. Weiter Informationen: www.eckbauerbahn.de

Der Eckbauer ist im Sommer von 10  bis 16.30 Uhr geöffnet, Mittwoch Ruhetag. Tel. 08821/2214, www.eckbauer.de. Zum Gasthof gehört auch eine kleine Ferienhütte für 2 bis 4 Personen: 50 Euro/Person und Nacht ohne Frühstück.

Für Unersättliche lässt sich die Tour um eine lohnenswerte Wanderung durch die Partnachklamm erweitern. Vom Eckbauer geht es in ca. einer Stunde steil hinab und übers neue Hotel Graseck zur Klamm. Allerdings ist nach der Klammwanderung ein zäher Fußmarsch auf Asphalt zurück zum Stadion und zum Parkplatz Kainzenbad in Kauf zu nehmen. Die Fahrer der verlockenden Pferdekutschen am Klammausang wissen das und nehmen’s beim Lebendigen!

Anfahrt

Über die A95 nach Eschenlohe und weiter auf der Bundesstraße 2 Richtung Garmisch-Partenkirchen, nach dem Tunnel weiter auf B2 in den Ortsteil Partenkirchen und diesen durchfahren bis Abzweig Olympia-Skistadion bzw. Kainzenbad. Adresse: Kainzenbadstr. 2

Post a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.