Rosskopf: Schottland-Feeling in der Wildschönau

Dass ich Mitte Dezember nun doch noch einen Tourentipp zum Wandern aus dem Herbst veröffentlichen würde – wer hätte das gedacht. Aber mit dem Winter wird das ja hier irgendwie nichts mehr dieses Jahr. Die meisten Pisten bleiben erst einmal grün und selbst wenn nicht: Skifahren auf einem weißen Streifen Kunstschnee – mal ehrlich, wer will das?

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Streichelzoo mit Fernsicht

Trotzdem öffnen einige Bergbahnen wieder, so auch die Markbachjochbahn. Damit eröffnet sich für Familien mit kleineren Kindern auch wieder das schöne Wandergebiet rund um den Rosskopf (1731 m) in der Wildschönau, ein wahres Panoramamärchen mit viel Abwechslung für die Kinder, urigen Hütten und schmalen Pfaden und Steigen, die den Kleinen wirklich Spaß machen. Obendrein färbt sich der Rosskopf, der Hausberg von Oberau in der Wildschönau, mit seinen Blaubeersträuchern im Herbst herrlich rot und ragt als dunkelroter Buckel über der Waldgrenze hervor. Ein besonderes Gipfelvergnügen mit einem Hauch von Irland, Schottland oder sowas in der Art – ihr wisst schon was ich meine.

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„Gipfelaufbau“ des Heide-Hügels Rosskopf

In Niederau geht’s schon einmal gut los: mit der Bergfahrt in der Markbachjochbahn. Oben auf 1465 Metern angekommen, sind die Kids bereits mit einer guten Portion Endorphinen befüllt, und da es zunächst den Höhenweg entlang mit Weitsicht über die Kitzbüheler Alpen weitergeht, bleibt das auch eine Weile so. Man passiert die urige Jochalm mit einem kleinen Streichelzoo und hält geradeaus auf die grüne Piste zu. Holzbohlen führen über sumpfige Strecken. Die Wegabzweige nach rechts ins Tal und links Richtung Holzalm ignorieren wir.

Im Wald links neben der Piste führt nun ein hübscher Wurzelsteig im Zickzack zwischen den Bäumen steil nach oben, der das Kraxelfieber der Kleinen weckt. Am Ende des Steigs ziehen stattliche Fliegenpilze das Interesse der Kinder auf sich. Danach zieht sich der Weg flacher durch den Wald und über einen Grashügel in eine Senke hinein. Hier kreuzt ein Pfad zur Norderbergalm einerseits und zur Holzalm (Käsealm) andererseits. Der Weg zum Rosskopf führt weiter geradeaus nach oben. Jetzt heißt es noch einmal kurz Zähne zusammenbeißen für die Kinder, Motivationskünste testen für die Eltern bis die Felsen am Halsgatterl zur Rast einladen.

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Fliegenpilz-Forscher

Hier kann man einfach nicht achtlos weitergehen. Man muss diese Aussicht auf die Brixentaler und Kelchsauer Gipfel mit mehr als nur einem flüchtigen Blick im Vorbeigehen aufnehmen. Also hinsetzen, die Kinder ein wenig herumkraxeln lassen und genießen. Das liebe ich so an gondelunterstützten Familienwanderungen: Sie bieten auch dem Erwachsenenauge etwas, woran es sich ergötzen kann, ohne dass die Kids mit übermäßig vielen Höhenmetern überfordert würden. Und dazu kommt der Reiz für die Kinder, nicht nur eine Hütte oder Alm zu erreichen, sondern tatsächlich am Gipfelkreuz stehen zu können.

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Rast am Halsgatterl mit Blick zum Rosskopf

Und das wartet schon auf uns nach einem weiteren kurzen Anstieg über den „Heide“-Buckel. Die Sonne kommt heraus und taucht diesen bizarren Gipfelbuckel in ein leuchtendes Rot-Grün-Gemisch. Das Gipfelkreuz allerdings versteckt sich dahinter. Also einmal hinaufsteigen und um die Wette zum Kreuz hinab sausen. „Herr, schütze Deine Jugend“ steht darauf. Wie passend.

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Gipfelbuch-Eintrag

Nun gibt es – auch das eine schöne Eigenschaft dieses Tourenziels – mehrere Möglichkeiten für den Abstieg: über Holzalm (Käsealm, mit Schaukäserei), über Rosskopfhütte oder über die Norderbergalm – sucht Euch was aus. In jede Himmelsrichtung gibt’s einen Abstieg. Wir kehren mit einem Schlenker durch die „Heide“-Landschaft bis zu jener Senke zurück, von wo ein Pfad links zur Norderbergalm hinabführt – eine urige Einkehr, die man nicht links liegen lassen sollte.

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Herbstfarbener Abstieg vom Rosskopf

Von dort zieht sich der Weg meist auf gleichbleibender Höhe bis zurück zum Markbachjoch. Die Zeit bis zur letzten Talfahrt reicht noch für einen Abschlussschnapps (für die Großen) und um Paraglidern beim Start zuzuschauen oder Hühner und Ziegen zu jagen (für die Kleinen).

Tourverlauf (gpsies.com):

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Tourdaten: 350 Höhenmeter, 5,9 km, ca. 3h Gehzeit

Talort: Niederau in der Wildschönau, Startpunkt: Talstation Markbachjochbahn

Impressionen:

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