Mit der DAV-Familiengruppe vom Walchsee über drei Almen

Ich habe bisher noch nicht so recht von meinem tendenziell vernachlässigten Xing-Profil profitiert. Aber kürzlich hat sich doch eine unerwartete Gelegenheit dank dieses Netzwerks aufgetan. Warum ich die Bekanntschaft von Markus, Familiengruppenleiter bei der Sektion München des Alpenvereins, ausgerechnet über Xing machen sollte – diese Frage gehört in die Kategorie „Die Wege des Herrn …“. So war es aber, und auf diesem Wege erhielt meine Familie die Einladung, an der Drei-Almenwanderung teilzunehmen: vom Walchsee über Lippenalm, Schwarzenbachalm und Rainer-Alm zurück zum See.

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An der Lippenalm

Nicht, dass mir die Familiengruppen der DAV-Sektionen kein Begriff wären. Aber ich habe davon bisher immer Abstand genommen: Die Touren sind ab einem Alter von sechs Jahren ausgeschrieben. Aus diesem Grund (unsere Tochter ist erst vier) wollte ich erst die Einladung ablehnen. Aber ich war zu neugierig und weiß, dass Helene gern die Gesellschaft größerer Kinder sucht, auch beim Wandern. Also haben wir’s ausprobiert.

Los ging’s am Walchsee. Vom Parkplatz Ostufer aus konnten wir die Lippenalm auf einer Lichtung am Berg schon sehen und starteten Richtung Süden zum Wald hin. Hier ging es auf einem schattigen, mitunter matschigen Steig steil bergauf. Als ich die größeren Kinder loslaufen sah, begann ich mir Sorgen zu machen, wie lange Helene dieses Tempo mithalten könnte und nahm sie an die Hand. Zum Glück hielten sich einige Jungs gern mit Becherlupe beim  Käfer- und Raupen-Sammeln auf, so dass wir immer wieder aufschließen konnten.

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Was macht die Wanne am Berg, Mama?

Außerdem zeigte Helene auf diesem steilen Pfad mehr Durchhaltevermögen als sie es auf einem Forstweg getan hätte und nach wenig mehr als einer Stunde hatten wir schon die ersten 300 Höhenmeter geschafft und befanden uns auf der Zielgeraden zur ersten Alm, der Lippenalm. Bei einem Erfrischungsgetränk konnten wir Erwachsene uns alle erst einmal ein wenig kennenlernen, während die Kinder Schaukel und Rutsche in Beschlag nahmen.

Hier begann auch die Jagd nach den Hüttenstempeln. Helene holte sich zusammen mit Benedikt den ersten Stempel der Tour ab – und beide machten die anderen Kinder neugierig auf ihre Tourenbücher, in denen sie ihre Stempel und Fotos sammeln können.

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Wanderstempel sammeln … |@Markus Block

Nach weiteren 100 Höhemetern über einen Wiesensattel hatten wir den höchsten Punkt der Wanderung erreicht, sahen von hier aus schon die kleine Schwarzenbachalm und mussten uns nur noch über die Wiese hinabtreiben lassen. Die Kinder konnten einen Blick in den Kuhstall werfen und das Kaninchen Andreas streicheln, während die Eltern den schönen Blick ins Tal genießen konnten.

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Querfeldein über herrliche Almwiesen

Als Helene und Benedikt wieder nach einem Hüttenstempel fragten, dauerte es nicht lang, und schon standen die anderen Kinder Schlange danach. Zwar besaßen sie (noch) keine Tourenbücher, aber sie holten sich den Stempel auf einem Notizzettel ab.

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Die Schwarzenbachalm

Von der Schwarzenbachalm ging es noch eine Viertelstunde bergab bis zur Rainer-Alm mit einem schönen Blick gen Stripsenjoch und Zahmer Kaiser und den schrulligen Wirtsleuten. Diese waren längst nicht auf eine so große Gruppe Wanderer eingestellt. Die Wirtin bereitete Kaiserschmarrn wie am Fließband zu, und das brauchte seine Zeit. Den Kindern war’s egal. Sie jagten wieder Raupen, Käfer und natürlich Stempel oder probierten die nicht TÜV-taugliche Schaukel aus.

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Noch Energie vor der Rainer-Alm

Als endlich die Letzten (wir) auch ihren Kaiserschmarrn verdrückt hatten – danke noch einmal fürs Warten – hatten wir noch ein gutes Stück Rückweg vor uns. Hier machten Helenes Beine langsam schlapp. Zwischendurch schien der Weg an einem Hang durch den Wald plötzlich verschwunden zu sein.  Wir kämpften uns querfeldein bergab, Helene fest an der Hand und Jakob, den Kleinsten, statt in der Kraxe von einem zum nächsten durchreichend.

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Besuch beim Bauern

 

Die Belohnung für dieses ungeplante Abenteuer bekamen die Kinder in Gestalt eines Wildschweingeheges nahe einem Bauernhof. Lauter Frischlinge tummelten sich hier und eine schwangere Wildsau trieb sich vor der Haustür rum – offenbar das „Hausschwein“ hier. Helene und die Jungs entdeckten noch ein Kälbchen im Stall. Nur ein paar hundert Meter noch bis zum See und nach langen sechs Stunden konnte Helene endlich ihre Beine ihm See kühlen, den anderen beim Baden zuschauen und ihr verdientes Eis verdrücken.

Bevor wir uns auf den Heimweg machten, stattete ich die Kinder bzw. deren Eltern noch mit Kinder-Tourenbüchern aus, in denen die gesammelten Stempel und Fotos eingeklebt werden können.

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Erfrischungsbad für die Füße

Mein Fazit dieser Wanderung: eine landschaftlich sehr schöne Tour! Drei Almen und Bauerhöfe mit Tieren und am Ende ein Bad im See – klingt nach der idealen Familientour. Ist es auch, mit Kindern ab sechs Jahren. Unsere Kleine war danach aber richtig platt und bei dem Tempo fehlte ihr schlichtweg Zeit für die spannenden kleinen Dinge rechts und links vom Weg, die das Wandern in den Bergen für sie erst attraktiv machen.

Tourverlauf

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Tourverlauf Drei-Almen-Wanderung | gpsies.com

Wie hoch? 450 Höhenmeter
Wie weit? 7,8 Kilometer
Wie lang? ca. 3,5 Stunden (ohne Pausen)

Lippenalm Tel: +43/664/915 6385
Raineralm Tel.: +43/(0)5375/2213
Schwarzenbachalm: www.schwarzenbach-alm.at, Tel: +43/664/58 75 865