Mit Kindern am Nærøyfjord wandern

In Norwegen waren wir, am Sognefjord. Das hatte ich schon erwähnt. Jetzt nehme ich Euch noch einmal mit dorthin. Rund um den Sognefjord zwischen Bergen und Lærdal gibt es imposante Fjorde, Fjelle und Gletscher, wie es sich für Norwegen eben gehört. Wandern mit Kindern lässt es sich dort famos. Nämlich entlang dieser Fjorde, über Fjelle und Gletscher. Und immer wenn wir das taten, blieben uns jene Tage als besonders schön in Erinnerung. Oder war das nur meine Wahrnehmung? Und wenn schon!

Die erste Wanderung mit den Kindern unternahmen wir am Nærøyfjord (schöner Name; da lernen die Kinder gleich zwei neue Buchstaben). Mal selbst über den Fjord schippern, gehört natürlich dazu zur Norwegen-Reise. Allerdings landeten wir nicht auf einer jener Speed-Fähren, die sich unter Touristen großer Beliebtheit erfreuen. Vielmehr war unser Wanderboot eine Art in die Jahre gekommener Kutter. Als Fischkutter hatte er ausgedient, nun brachte er uns vom Reisebus-Trubel in Gudvangen mit ziemlich viel Benzingestank über den Nærøyfjord zum Anleger bei Styvi. Der Nærøyfjord ist ein Seitenarm des Aurlandsfjords. An der schmalsten Stelle ist er nur 250 Meter breit, während beidseitig  bis zu 1000 Meter hohe Felsflanken in die Höhe ragen, an denen Wasserfälle in die Tiefe stürzen. Angesichts dieser Dimensionen und noch dazu auf so einem kleinen Boot packt einen die Demut – mit Ausnahme der Kinder, versteht sich. Die fühlten sich ganz groß, als sie für kurze Zeit das Steuer im Boot übernehmen durften.

Im Museumsdorf Styvi, das laut Wanderführer ein Hofmuseum und eine Cafeteria versprach, aber recht verschlossen wirkte, startet ein ehemaliger königlicher Postweg entlang des Nærøyfjords. Eine wunderbar kinderfreundliche Fjordwanderung auf schmalem Pfad durch sattgrünen Wald mit vermoosten Steinen und entlang feuchter Felswände und alter Mauern, über Bäche und Brücken. Eine improvisierte Schaukel hatte es den Kindern angetan und diverse verträumte Buchten luden immer wieder zu Pausen ein. Schiffe und Kajaks zogen vorüber, im Wasser spiegelten sich die gegenüberliegenden Felswände. Nach all den Kilometern und Stunden in Zug, Fähre und Wohnmobil empfanden die Kinder die Entschleunigung zu Fuß wohl als befreiend und wir verbrachten schnitzender und fotografierender Weise viel Zeit auf der Landzunge Holmo. Warum dann also krampfhaft am ursprünglichen Plan festhalten, die nächstmögliche Fähre zu erwischen? Geschenkt! Am Ende waren wir auf den knapp sechs Kilometern ganze vier Stunden unterwegs, ganz ohne Langeweile. Der Wanderweg endet am Anleger bei der Bleiklindi, einer angeblich seltenen, aber auf jeden Fall großen Linde. Und während wir dort auf das Boot warteten, das uns nach Gudvangen zurückfahren würde, konnten wir Seehunde beobachten.

Tourverlauf Postweg am Nærøyfjord

Tourverlauf Königlicher Postweg am Nærøyfjord auf gpsies.com

Wie weit? 5,3 km
Wie hoch? 100 hm
Wie lang? normalerweise 2 h ohne Pausen

Gut zu wissen

Gudvangen ist eigentlich nur ein Touristenumschlagplatz. Hier kommen Reisebusse und lassen die Touristen auf die großen Ausflugsfähren umsteigen, die nach Flåm schippern. Man kann sich aber jetzt auch im neuen Wikinger Museum umschauen, dass ich in diesem Post beschrieben habe. Kajaktouren können hier auch gebucht werden, würde ich mir aber für einen anderen, ruhigeren Fjord aussuchen. Es sei denn, Ihr findet es spannend, regelmäßig großen Fähren im Weg zu sein, die definitiv stärker sind als ihr. Bei der Tourismusinfo kann man das Hiking boat erfragen, das nach Styvi und auf dem Rückweg auch über Bleiklindi fährt. Alternativ lauft Ihr den gleichen Weg eben wieder zurück. Schön ist er allemal.

Informationen unter www.gudvangen.com

Stellplätze für Wohnmobile findet Ihr auf gleich zwei Campingplätzen in der Nähe von Gudvangen. Zu erlaufen ist der kleine Hafen von dort aus mit Kindern allerdings nicht so gut (Straße). Hier gibt es auch hübsche kleine Hütten: Vang Camping: www.vang-camping.no , Tel: +47 57 63 39 26

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