Die richtige Kindertrage für Bergtouren

Ja, an dieser Stelle könnte ich ausgiebig über den miesesten Monat Mai lamentieren, den ich seit Jahren erlebt habe – fühle mich in meinen Outdoor-Ambitionen ganz fies ausgebremst. Wollte ich wirklich in die Berge, müsste ich vermutlich meine Ski wieder aus dem Keller holen, statt meine Tochter auf den Rücken zu schnallen.

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Apropos: Wie transportiere ich – vorausgesetzt, die Sonne beehrt uns mal wieder – meinen einjährigen Stolz auf meinem Rücken die Berge hinauf, ohne dass Madame nach wenigen Minuten das Zetern anfängt? Und ohne dass ich bei der kleinsten Unebenheit das Gleichgewicht verliere? Und ohne dass ich nach 400 Höhenmetern bereits unter der Last zusammenbreche? Nicht zu vergessen: Vielleicht möchte ich hin und wieder allein mit Tochter auf die Alm. Geht das?

Komfort geht vor

Natürlich hat auch dafür die Freizeitindustrie mehr oder weniger teure Lösungen parat. Gleich vornweg: Ich habe mich wieder einmal für das monetäre Schwergewicht entschieden, den Deuter Kid Comfort III für 230 Euro, Testsieger für Bergtouren im Bergsteiger Magazin.

Schon besser.

Schon besser.

Vorteile:

  • fester Sitz auf dem Rücken (wichtig fürs Gleichgewicht auf Bergwegen)
  • bequemer Sitz fürs Kind (weiche Kopfstützen vorn und an den Seiten)
  • Schutz fürs Kind (hoher Kopfbereich hinten schützt die Kleinen, wenn man doch einmal ausrutscht)
  • Regen- und Sonnenschutz integriert
  • genügend Stauraum (wichtig, wenn wir ohne Papa unterwegs sind, der den Rucksack trägt – oder viceversa)

Nachteile:

  • hoher Preis (230 Euro)
  • nicht die leichteste Lösung (3,3 kg)

Eigentlich wollte ich eine leichtere Trage, aber nach einer ganz einfachen Rechnung habe ich mich dagegen entschieden: Bei 10, 11 oder 12 Kilo Nettogewicht des Kindes (zuzüglich Kleidung und Brotzeit) sind mir 600 Gramm, die ich z.B. mit einem Vaude einsparen könnte, total egal.

Ich hätte auch den Kid Comfort II kaufen können: 2,7 Kilo, ca. 180 Euro. Aber der ist – genauso wie andere weniger ausgestattete Tragen von Vaude (Jolly light) oder Bergans – eher etwas für Kinder ab zwei Jahren, die gern selbst ein paar Meter laufen und nur getragen werden, wenn sie müde sind. Meine Kleine ist mit 12 Monaten noch nicht so weit und sitzt während der ganzen Tour in der Trage – da zählt vor allem der Komfort, vor allem zum Schlafen.

Gute Rückenbelüftung (+)

Gute Rückenbelüftung (+)

Der Vaude Butterfly Comfort (200 Euro) ist das günstigere Pendant zum Kid Comfort III, ist aber laut „Bergsteiger“-Test noch einmal 1 Kilo schwerer. Wer sich eher in der Ebene bewegt und nicht gern bergauf geht, sollte sich den als Alternative überlegen.

Mein Tipp: Richtig sicher war ich mir bei meiner Entscheidung, nachdem ich beim Alpenverein (Mitgliedschaft vorausgesetzt) eine Trage für ein Wochenende (4 Euro/Tag) ausgeliehen habe. Die haben dort nämlich den Deuter Kid Komfort III.

Worauf Ihr wirklich achten solltet beim Kauf und worin sich die verschiedenen Kindertragen tatsächlich oft unterscheiden, habe ich hier zusammengetragen: Die richtige Kindertrage kaufen: Erfahrungen aus dem Praxistest
Übrigens: Deuter ist gut, aber auch andere Mütter haben schöne Töchter. Welche Alternativen der Markt so bietet – das lest Ihr hier …

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