Goldfieber beim Sadnighaus

Ja, ist denn schon wieder Ostern? Die einen hüpfen umeinander durchs steinige Gelände, die anderen durchforsten es gebückt und suchend. Und immer, wenn ein Kind fündig wird, hält es den Schatz stolz hoch und ruft aufgeregt in die Runde: »Ich hab was!« Nur sind es keine Eier, die sie in den Händen halten. Es sind Steine, fast schwarz, die an manchen Stellen golden glitzern, feinste Äderchen oder kleine Punkte aus echtem Gold. Die Aufregung ist jedes Mal riesig – die Enttäuschung unter den Erfolglosen aber auch. Immerhin haben sie sich dafür steile 700 Höhenmeter hinaufgekämpft.

„Da ist der Großglockner!“ „Aha.“

Wenn echtes Gold lockt, steigen auch kleine Kinder weit den Berg hoch. Der zerfallene Eingang zum Bergstollen am so genannten Waschgang zeugt von einst ergiebigerem Goldvorkommen hier auf 2550 Meter im Nationalpark Hohe Tauern. Und während die Eltern in der Ferne die gegenüberliegende Goldbergspitze mit Goldbergkees ins Visier nehmen, untersuchen die Kinder unter ständigem Klopfen jeden einzelnen Stein auf Goldspuren. Mit schwer beladenen Rucksäcken voller Steine geht es dann wieder hinab ins Astental, zurück zum schönen Spielplatz an Sadnighaus.

Das Sadnighaus ist wunderschön gelegen auf 1880 Metern.

Wer darüber nachdenkt, diesen Sommer auch einmal die Bergferien auf einer Alpenvereinshütte auszuprobieren, dem lege ich das Sadnighaus sehr ans Herz. Es liegt im abgelegenen Astental im Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern und man ist dort herrlich weit ab vom Schuss. Am Bach, der durch das Astener Moos fließt, bieten sich wunderbare Spielgelegenheiten für Kinder in prächtiger Bergkulisse und rundherum warten der Stellkopf, die Magernikspitze und der Sadnig darauf, von den Eltern erwandert zu werden, während die Kinder betreut werden. Zusammen mit den Kids haben wir nicht nur den Waschgang, sondern auch den Mohar erklommen.

Das Highlight allerdings war das Lamatrekking zum Gasthof Glocknerblick: Einmal mit Guy, Carlos oder Speedy wandern! So heißen die zotteligen Begleiter, die die Kinder schnell ins Herz geschlossen haben. Einmal wöchentlich kommt der Wanderführer im Sommer mit seinen Lamas zum Sadnighaus, um mit den Kindern auf eine besondere Tour zu gehen.

Abenteuer der Extraklasse: 15 Meter über dem wilden Bach schweben.

Mit all dem jedoch nicht genug, durften die Kids unter Anleitung an der Kletterwand klettern, per Seilrutsche 15 Meter hoch über dem Bach schweben und abends am Feuer um die Wette Witze erzählen. Am Talschluss hinter der kinderfreundlichen Kröllalm rauscht ein Wasserfall herab. Hier haben sich unsere kleinen Baumeister stundenlang ins Spiel mit Wasser, Schlamm und Steinen und in den gemeinsamen Kampf gegen die Urgewalten der Natur vertieft. Kaum zu glauben, wie wir das alles in einer Woche untergebracht haben! Aber so war’s, könnt Ihr mir glauben.

Feinstes Spielterrain: der Wasserfall am Talschluss

Tourenverlauf Waschgang vom Sadnighaus

Wie hoch? 670 hm
Wie weit? 10 km
Wie lang? 5 h

Gut zu wissen

Das Sadnighaus, eine familienfreundliche Alpenvereinshütte, ist weithin bekannt für seine hervorragende Küche. Das allabendliche Menü war immer ein Fest. Dafür – und natürlich für die schönen Tourenmöglichkeiten – nehmen auch Tagesgäste die lange Anfahrt durchs Astental in Kauf. Die herzlich geführte ütte liegt bereits auf 1880 Metern und hat sogar eine Sauna. Die Kinder können sich auf dem Spielplatz oder an der Kletterwand austoben. Das Sadnighaus bietet sich auch für allein reisende Elternteile mit kleineren Kindern an, da es mit dem Auto erreichbar ist.

www.sadnighaus.at, Margit Pobitzer, Asten 16, 9842 Mörtschach, Tel: +43 (0)4825 20050, sadnighaus@aon.at

Anfahrt

Von München über A8 und A93 bis Kufstein. Über Kitzbühel, Pass Thurn, Mittersill nach Lienz, von dort zur Nationalparkgemeinde Mörtschach zwischen Winklern und Heiligenblut. Von dort führt die Astner Bergstraße direkt zum Sadnighaus.

Wie die Bergferien im Hollhaus auf der Tauplitzalm waren, könnt Ihr hier nachlesen. Andere Hüttenabenteuer haben wir auf der Rastkogelhütte, der Neuen Magdeburger Hütte und Dresdner Hütte erlebt. Warum ich so gern mit Kindern auf Hütten übernachte, habe ich auch einmal aufgeschrieben: Nacht am Berg: mit Kindern auf Hütten

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